SCHLUSS MIT RETOX

Kaum naht der Frühling ist das Wort „ Detox ” in aller Munde. Während der bewusste Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder ungesunde Gewohnheiten, beispielsweise der Zuckerverzicht in der Fastenzeit, für mich Sinn macht, finde ich den massenhaften „Entgiftungstrend“ eher unglaubwürdig.

Gerade bei Menschen, die einen gesunden Lebensstil propagieren, verstehe ich nicht, warum sie sich immer wieder entgiften wollen. 

Detox im Alltag mit Gartenäpfeln

 

Meine Detox Erfahrung

Vor zwei Jahren bin auch ich dem Detox Trend aufgesessen. Schlappe drei Tage lang habe ich mich an Rohkost und einmal Suppe am Tag versucht. Leichter fühlte ich mich nicht. Ich aß so viele Ballaststoffe, dass ich das Gefühl hatte, als verstopften die Fasern meine Verdauung. Hunger hatte ich trotzdem. Das Experiment hat meinen Körper ganz schön durcheinander gebracht.

Dabei sind mir 3 Dinge aufgefallen

  • Meine Alltagsernährung besteht zum Großteil aus den Lebensmitteln der „Entgiftungsprogramme“
  • Mein Körper verträgt keine abrupten Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme
  • Ich brauche kein Detox

 

Detox Trend im Frühling

Für die Sommerfigur starten wir im Frühling mit Diäten, Entgiftungskuren oder Sportprogrammen. Natürlich ist es gesund, nach dem „Winterschlaf“ wieder mehr Bewegung und eine frische Ernährung in den Alltag zu bringen. Die Betonung liegt meiner Meinung nach auf Alltag. Eine kurze und anstrengende Diät bringt langfristig überhaupt nichts.

 

Intervall-Fasten

Normalgewichtige Menschen gleichen unbewusst durch mehr bzw. weniger Nahrungsaufnahme am nächsten Tag aus, wenn sie am Tag zuvor viel oder wenig gegessen haben. In unserer Gesellschaft, in der Essen immer und überall verfügbar ist, fällt dies oft schwer. Wir essen nicht immer weil wir Hunger haben, sondern aus Genuss, Bequemlichkeit, Stress, Langeweile, Sozialgefühl oder um den Teller leer zu bekommen.

Wer dauerhaft merkt, dass er sich oft voll und schwer fühlt, kann zum Beispiel Intervall-Fasten ausprobieren. Klassisch wird an zwei Tagen der Woche gefastet, an denen nur 500-600 Kalorien aufgenommen werden. Die restlichen Tage wird ganz normal gegessen.

Wenn ich eine einzige Mahlzeit ausfallen lasse,  merke ich allerdings schnell, wie ich unkonzentriert und genervt reagiere. Daher macht ein Drosseln der Kalorienzufuhr bei mir keinen Sinn. Zudem stört mich bei der Intervall-Fastenmethode, dass die Alltagsernährung in den restlichen Tagen nicht in Frage gestellt wird –  eine unausgewogene Herangehensweise.

In manchen Kulturen gehört Intervallfasten jedoch zum Alltag. Zum Beispiel wird an einem bestimmten Wochentag auf tierische Lebensmittel verzichtet oder zu bestimmten Mondphasen einen Tag lang gefastet um den Körper zu entlasten.

 

Fastenzeit 2017

Während ich letztes Jahr mein spannendes Fastenzeitexperiment mit ausschließlich deutschen Lebensmitteln durchgeführt habe, verzichte ich dieses Jahr bewusst auf gar nichts. Fasten würde mich momentan zu sehr ablenken und so genieße ich diese, mir selbst erteilte, Auszeit.

A post shared by Anne Tieseler (@grueneralltag) on

 

Vegan Clean Eating

Am sinnvollsten finde ich es, gewohnheitsmäßig gesund und ausgewogen zu essen – jeden Tag. Kleine „Sünden“ gehören für mich genauso dazu, wie frisches, rohes Obst und Gemüse.

Um meinen Essensalltag in Worte zu fassen verwende ich den Begriff „Vegan Clean Eating“. Clean Eating bedeutet, möglichst ursprüngliche, unverarbeitete Lebensmittel zu essen und ist genau genommen eine moderne Form der Vollwertkost. Ich kaufe viele Lebensmittel per se ohne Etikett. Eine rein pflanzliche Ernährung ist mir persönlich sehr wichtig und tut mir geistig und körperlich gut. Ich achte zudem auf bio , saisonale und regionale Lebensmittel und darauf, Spaß beim Kochen und Essen zu haben.

Einfache Rezepte sparen Zeit und Geld und sind für mich genau das Richtige. Selbst mit Baby von acht Wochen koche ich jeden Tag frisch. Meist schnipple ich schon mal die Zutaten während der Kleine Vormittags schläft und gebe alles in Pfanne und Topf. So muss ich beides nur noch anschalten wenn der Kleine mittags aufwacht. Irgendwie schafft er es nämlich immer, genau den Zeitpunkt abzupassen zu dem ich essen möchte, obwohl die Uhrzeit leicht flexibel ist.

Abends essen wir meist Brot und Salat, so dass es nichts ausmacht das Essen auch mal zu verschieben, wenn der kleine Mann uns fordert oder Daniel länger arbeitet.

 

Schadstoffarm leben

Nicht nur in unserer Ernährung können Schadstoffe stecken. Durch Alltagsprodukte, Möbel, Abgase, Kleidung, Haushaltsmittel und Kosmetik nehmen wir jede Menge Umweltgifte auf. Zwar macht die Dosis das Gift, aber wir Menschen haben den Bogen heute längst überspannt.

Mich beruhigt es sehr, in unserem Haushalt keine giftigen Stoffe zum Putzen und zur Körperpflege zu verwenden. Ich vermeide eben so viel ich kann. Durch genügend Schlaf und einen gesunden Lebensstil, halten wir den restlichen Umweltgiften besser stand, die wir nicht beeinflussen können.

Unser Körper hat zudem die bemerkenswerte Eigenschaft Gifte wieder ausscheiden zu können. Gesundes Essen wie zum Beispiel „Superbrokkoli“ hilft dabei, Schadstoffe wieder auszuschleusen.

A post shared by Anne Tieseler (@grueneralltag) on

  

Ich finde, es gilt zu überdenken ob eine temporäre Essensumstellung oder Engiftungskur überhaupt nötig ist, als leichtfertig Diäten auszuprobieren, die den Körper durcheinander bringen und Frustpotential bieten.

 

Wie sieht eure Fastenzeit 2017 aus und habt ihr Tipps, um Schadstoffen im Alltag aus dem Weg zu gehen?